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Merkur.de / 19.06.2016

Info-Veranstaltung: Wie barrierefrei ist der Landkreis?


Landrat Wolfgang Rzehak und Anton GrafwallnerBild: Landrat Wolfgang Rzehak (l.) und der Behindertenbeauftragte des Landkreises, Anton Grafwallner

Landkreis - Der Behindertenbeauftragte des Landkreises lädt deshalb zu einer Info-Veranstaltung ein. Sie soll helfen, Menschen mit Handicap das Zurechtkommen im öffentlichen Raum zu erleichtern.

Bis 2023 soll Bayern im gesamten öffentlichen Raum barrierefrei werden. Deswegen laden die Behindertenbeauftragten der Planungsregion 17 – die Landkreise Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau – zu Info-Veranstaltungen ein. Im Landkreis Miesbach findet sie am Dienstag, 26. Juni, ab 13.30 Uhr im Alpengasthof Glück Auf in Hausham statt. Ziel ist es, allen Menschen mit einem Handicap, das Zurecht-kommen im öffentlichen Raum zu erleichtern.

Mit dem Thema Barrierfreiheit beschäftigt man sich in der Regel erst dann, wenn man selbst oder eine Person im eigenen Umfeld darauf angewiesen ist. Das findet auch der Miesbacher Landrat Wolfgang Rzehak: „Man ist sich gar nicht bewusst, was Barrierefreiheit bedeutet.“ Auch er persönlich habe sich erst dann wirklich mit dem Thema befasst, als seine Mutter altersbedingt auf den Rollstuhl angewiesen war. Rzehak habe beispielsweise bei Restaurants plötzlich anhand ihrer Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer auswählen müssen. „Erst dann macht man sich Gedanken“, räumt der 48-Jährige ein.

Bis 2023 soll Bayern im gesamten öffentlichen Raum und im gesamten Öffentlichen Personennahverkehr barrierefrei sein, so das Ziel der Staatsregierung. Laut dem Behindertenbeauftragten des Landkreises, Anton Grafwallner, eine „gesamtgesellschaftliche Aufgabe“. Schließlich seien angesichts der Demoskopie immer mehr Menschen betroffen. „Im Alter werden wir gebrechlich, hören schlecht und sehen schlecht“, sagt der 67-Jährige.

In seiner Funktion als Behindertenbeauftragter hat sich Grafwallner ein Bild von der Situation im Landkreis gemacht und ist zum einem positiven Resümee gelangt. „Ich glaube, dass es kaum eine Region gibt, die mit so vielen Behindertentoiletten ausgestattet ist wie der Landkreis Miesbach.“ Auch Rzehak weiß, dass die Situation andernorts prekärer ist. „Bei uns ist es schon besser als beispielsweise in Südeuropa“, sagt der Landrat. Verglichen mit Schweden oder Norwegen sei Deutschland trotzdem nur Entwicklungsland. „Daran müssen wir uns orientieren.“ Auch wenn der Weg schwer und teuer werde.

Verbesserungsbedarf gibt es zur Genüge. Auch im Landkreis, findet Grafwallner. So beispielsweise an der Treppe am Miesbacher Rathaus. Dort ende das äußere Geländer zwei Stufen zu früh. Extremer verhält es sich am neuen Holzkirchner Gymnasium. Die lange Treppe, die vom Parkplatz zum Schulgebäude führt, sei gänzlich ohne Geländer gebaut worden. In Bad Wiessee plane der Gemeinderat gar das Entfernen der beiden Zebrastreifen am Lindenplatz. Auf Grafwallners Initiative entsteht dort jetzt eine behindertengerechte Fußgängerampel. Barrierefreies Bauen, so Grafwallner, werde zwar bezuschusst, nach Abschluss der Arbeiten aber nicht kontrolliert.

Das Anliegen des Kreis-Behindertenbeauftragten ist es, mehr Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Barrierefreiheit zu schaffen. Deshalb wird es im Rahmen der Fachtagung am Dienstag, 21. Juni, im Haushamer Alpengasthof „Glück Auf“ Vorträge geben, bei denen eine Diskussion durchaus erwünscht ist. Themen sind die Situation vor Ort sowie barrierefreies Bauen nebst Fördermöglichkeiten. Dazu kommen ein Rollstuhl-Parcour und eine Brille, die das Sehvermögen eines Blinden simuliert. Eingeladen ist jeder, der in irgendeiner Weise mit dem Thema Barrierefreiheit zu tun hat, auch Vertreter aus der Politik und den Verwaltungen, sowie alle Interessierten.

Bastian Huber

Text und Bild entnommen mit freundlicher Genehmigung des Verlags
TegernseerStimme / 28.09.2014

Die Gemeinde Gmund verleiht Bürgermedaillen


Wenn sich jemand jahrelang um die Gemeinde verdient gemacht hat, kann der Bürgermeister und der Gemeinderat dies mit einer Auszeichnung belohnen. Gmund hat dafür die Bürgermedaille, doch diese hohe Auszeichnung wird nur selten verliehen.
Während der Gemeinderatssitzung konnten sich nun gleich drei Ehrenamtliche über diese Würdigung ihres besonderen Engagements freuen.

    
Die Geehrten (v. l.): Peter Schwarzfischer, Anton Grafwallner und Marinus Dießl mit Bürgermeister von Preysing.

Einer dieser drei Ehrenamtlichen war Anton Grafwallner.
Anton Grafwallner gehörte dem Gemeinderat 24 Jahre lang an. Als Behindertenbeauftragter der Gemeinde Gmund und des Landkreises Miesbach bekleidet er – selbst seit vielen Jahren auf den Rollstuhl angewiesen – eine Vorreiterrolle. Mit der Gründung diverser Arbeitskreise und Vereine, zum Beispiel einer MS-Selbsthilfegruppe und der Nachbarschaftshilfe Tegernseer Tal, hat er bereits viel erreicht. Doch auch für die Zukunft hat sich Grafwallner noch viel vorgenommen. „Vielleicht kann ich ein bisschen Vorbild sein, dass sich auch andere engagieren“.
Tegernseer Zeitung / 17.07.2014

Nah dran an den Politikern


Demo 2014Zeitlebens hat Anton Grafwallner nur ein Ziel: Der Behindertenbeauftragte des Landkreises, der selbst im Rollstuhl sitzt, kämpft für 'Barrierefreiheit. Den Auftakt der Haushaltsklausur der Bayerischen Staatsregierung und den Aufmarsch der Politiker gestern morgen im Bildungszentrum in St. Quirin nutzte der Gmunder, um die „Wolnzacher Erklärung" an Sozialministerin Emilia Müller zu überreichen. „Bayern barrierefrei bis 2023", lautet der Kern der Erklärung. Unterstützt von Blasmusik ließ es sich Grafwallner nicht entgehen, den ebenfalls anwesenden Ministerpräsidenten Horst Seehofer an die Einhaltung seiner Zusagen für Sonderinvestitionen zu erinnern.   GR / FOTO: THOMAS PLETTENBERG
Zur Fotogalerie . . .



http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/abendschau/kabinett-haushalt-2015-2016-100.html

http://www.merkur-online.de/lokales/region-tegernsee/gmund/behindertenbeauftragter-anton-grafwallner-gmund-erinnert-horst-seehofer-zusagen-3712091.html

http://www.tegernseerstimme.de/wir-wollen-auch-ein-stueck-vom-kuchen/137027.html#more-137027
Radio Alpenwelle / 2014

Perspektive Arbeit – Menschen mit Handicap

Zu diesem Thema bringt Radio Alpenwelle wöchtenlich Interviews.

Heute berichtet Radio Alpenwelle über
den Behindertenbeauftragten des Landkreises Miesbach, Anton Grafwallner.


Interview Teil1: Über die Person Anton Grafwallner
Interview Teil2: Der Kampf um das Amt des Behindertenbeauftragten
Interview Teil3: Anton Grafwallner wird Behindertenbeauftragter
Interview Teil4: Aufgaben eines Behindertenbeauftragten
Radio Alpenwelle / 2014

Perspektive Arbeit – Menschen mit Handicap

Zu diesem Thema bringt Radio Alpenwelle wöchtenlich Interviews.

Heute berichtet Radio Alpenwelle über
Menschen mit psychischen Erkrankungen, die in den Oberlandwerkstätten (Miesbach) arbeiten und betreut werden.


Interview Teil1
Interview Teil2
Interview Teil3
Interview Teil4
Interview Teil5
Interview Teil6
Interview Teil7
Interview Teil8
Radio Alpenwelle / 2014

Perspektive Arbeit – Menschen mit Handicap

Zu diesem Thema bringt Radio Alpenwelle wöchtenlich Interviews.

Heute berichtet Radio Alpenwelle über
berufliche Perspektiven für Gehörlose und den
neuen Grundkurs "Gebärdensprache" der im Oktober 2014 in Gmund stattfindet, sowie weitere Themen betreffend Gehörlose.

Im Teil6 hören Sie ein Gespräch mit Hildegard Wagner, Chefin des Hauses "Concordia", das einzige Hotel für Gäste mit Handicap in Bad Wiessee. 

Interview Teil1: Interviews über Gehörlose, VHS-Grundkurs, Stammtisch
Interview Teil2: Teil2
Interview Teil3: Teil3
Interview Teil4: Teil4
Interview Teil5: Teil5
Interview Teil6: Interview mit Hildegad Wagner, Concordia-Chefin
Radio Alpenwelle / 2014

Perspektive Arbeit – Menschen mit Handicap

Zu diesem Thema bringt Radio Alpenwelle wöchtenlich Interviews.

Heute berichtet Radio Alpenwelle über
die Geburtstagsfeier von Niko in TOMS Cafe (Holzkirchen)

Interview: Über Niko
Radio Alpenwelle / 2014

Perspektive Arbeit – Menschen mit Handicap

Zu diesem Thema bringt Radio Alpenwelle wöchtenlich Interviews.

Heute berichtet Radio Alpenwelle über
Jörg Leonhardt, der mit seinem Motorschlauchboot der "Hoppetosse" jedes Jahr zahlreiche behinderte Kinder während einer 2tägigen Aktion glücklich macht.

Interview: Teil 1
Interview: Teil 2
Interview: Teil 3
Radio Alpenwelle / 2014

Perspektive Arbeit – Menschen mit Handicap

Zu diesem Thema bringt Radio Alpenwelle wöchtenlich Interviews.

Heute berichtet Radio Alpenwelle über
Christian Triendl, Rollstuhlfahrer, Bauunternehmer, Behindertenbeauftragter von Warngau, Gemeinderat und Kreisrat der Grünen.

Interview Teil1: Mit Christian Triendl
Interview Teil2: Teil 2
Interview Teil3: Teil 3
Interview Teil4: Teil 4
Radio Alpenwelle / 2014

Perspektive Arbeit – Menschen mit Handicap

Zu diesem Thema bringt Radio Alpenwelle wöchtenlich Interviews.

Heute berichtet Radio Alpenwelle über
Rüdiger Klemens, er arbeitet als Berater für Barrierefreiheit, Mobilität und Selbständigkeit in allen Lebensphasen, z.B. auch für mobile Hotelzimmer.


Interview Teil1: Mit Rüdiger Klemens
Interview Teil2: Teil 2
Interview Teil3: Teil 3
Interview Teil4: Teil 4
Radio Alpenwelle / 2014

Perspektive Arbeit – Menschen mit Handicap

Zu diesem Thema bringt Radio Alpenwelle wöchtenlich Interviews.

Heute berichtet Radio Alpenwelle über
Franz Schön, einen blinden Bauern aus Sufferloh/Holzkirchen.


Interview Teil1: Mit Franz Schön
Interview Teil2: Teil 2
Interview Teil3: Teil 3
Interview Teil4: Teil 4
Radio Alpenwelle / 2014

Perspektive Arbeit – Menschen mit Handicap

Zu diesem Thema bringt Radio Alpenwelle wöchtenlich Interviews.

Heute berichtet Radio Alpenwelle über
Concordia Ferienwohnungen
für Gäste mit Handicap in Bad Wiessee  siehe auch

Interview Teil1: Interview mit Hildegad Wagner, Concordia-Chefin
Interview Teil2: Teil 2
Interview Teil3: Rezeptionist, Rollstuhlfahrer(in), für Verwaltung gesucht!
Radio Alpenwelle / 2014

Perspektive Arbeit – Menschen mit Handicap

Zu diesem Thema bringt Radio Alpenwelle wöchtenlich Interviews.

Heute berichtet Radio Alpenwelle über
TOMS Cafe in Holzkirchen

Im Inklusionsprojekt „TOMS Café“ arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung Hand in Hand.
Öffnungszeiten:
TOMS Café hat jeden Mittwoch von 7:30-12:00 Uhr geöffnet.

Interview Teil1: Hintergründe und Aktivitäten rund um Toms Café
Interview Teil2: Teil2
Interview Teil3: Teil3
Interview Teil4: Teil4
Das Gelbe Blatt, Miesbach  / 20.01.2014

Barrierefrei mit Abwrackprämie


Anton GrafwallnerMiesbach/Landkreis – Der Behindertenbeauftragte des Landkreises Miesbach, Anton Grafwallner, stellte dem Kreistag seinen Tätigkeitsbericht vor.

Grafwallner sieht „Licht und Schatten“ in der Behindertenpolitik im Landkreis Miesbach.   Pressebericht

In diesem Zusammenhang greift Anton Grafwallner, Beauftragter für Menschen mit Behinderung des Landkreises Miesbach, viele brisante Themen aus der Behindertenpolitik seines Landkreises auf. Nennt positive wie auch viele negative Beispiele und appeliert an die Verantwortlichen mit den Worten: "Wir haben viel erreicht, aber es gibt noch viel zu tun".
Miesbacher Merkur / 30. September 2013

Ohne Hürden ins Urlaubsparadies


vhs berichtBarrierefreier Tourismus, das ist ein Wachstumsmarkt, sagt Anton Grafwallner - nur die Zimmer fehlen.
Dafür muss er am Tegernsee noch Überzeugungsarbeit leisten: Wie soll das finanziert werden? Und kommen dann auch noch „normale" Touristen?  
VON KLAUS-MARIA MEHR
Gmund/Landkreis — Einleitend schafft Anton Grafwallner, der Behindertenbeauftragte des Landkreises, mit einem Satz nachdenkliche Ruhe: „Jeder will alt werden", sagt der Rollstuhlfahrer, „aber keiner will alt sein." Das sitzt bei den rund 30 Teilnehmern des Seminars „Barrierefreies Bauen und Sanieren". Zusammen mit der Volkshochschule Gmund hat Grafwallner in den Neureuther Saal eingeladen. Interessierte aus Bau- und Tourismusbranche sind an diesem Montagabend dabei, aber auch Senioren, die aus ganz persönlichem Interesse gekommen sind.
In seiner launigen Art präsentiert Grafwallner seine Vision für die touristische Zukunft der Region: Barrierefrei soll sie sein, in jeder Beziehung. „Die Infrastruktur ist da", sagt er. Gerade die BOB,
aber auch der RVO können Rollstuhlfahrer bequem in jeden Ferienort im Landkreis bringen. Auch viele touristische Einrichtungen seien bereits vorbildlich behindertengerecht ausgestattet - beziehungsweise altersgerecht.   mehr
Tegerseer Zeitung / 23.07.2012

Mit dem E-Rolli rund um den Tegernsee


Anton Grafwallner hat Streckenführung für behinderte Ausflügler ausgearbeitet - Im Internet abrufbar

Hoppetosse_2012Bild:
Verschnaufpause: Am Wiesseer Yachtclub machten die Handbiker Heiner Thurnhuber (vorne) und Otto Zipfelmayer Station. Ausgearbeitet hat die Strecke Anton Grafwallner (1.). FOTO: KN

Tegernseer Tal - Einmal rund um den Tegernsee rollen - dank neuer Beschilderung ist dieses Angebot für Radler seit kurzem noch attraktiver (wir berichteten). Doch was nicht behinderte Zweiradler genießen dürfen, sollte doch auch für die Nutzer von „Rollis" möglich sein, dachte sich Anton Grafwallner, Behindertenbeauftragter des Landkreises. Und weil der Gmunder ein Mann der Tat ist, nahm er das Projekt in Angriff: Er arbeitete eine Streckenführung aus, die sich für E-Rollifahrer und Handbiker bestens eignet. „Mit diesem Angebot eines barrierefreien See-Rundwegs sind wir momentan Spitzenreiter", meint Grafwallner mit Blick auf andere Tourismus-Regionen.
Noch ehe der Behindertenbeauftragte die Strecke inklusive Sehenswürdigkeiten austüftelte, schickte er den Versehrtensportler Otto Zipfelmayer mit seinem Handbike auf Testfahrt. Ergebnis: Der Rundweg ist für Menschen mit Handicap gut machbar. Vorausgesetzt, er folgt der neuen Beschilderung für E-Rollifahrer.

Auf der Strecke entlang dem Tegernsee-Ufer liegen laut Grafwallner allein acht Behindertentoiletten mit so genanntem Euroschloss. Zudem könne die Tour problemlos mit einer Fahrt in den barrierefreien Schiffen oder in RVO-Bussen kombiniert werden. „Wer nicht mehr kann oder wem die Batterie ausgeht, kann mit einem dieser Transportmittel zurückfahren", macht der Initiator deutlich. Loslegen sollte der Ausflügler am besten in Gmund. „Dann geht es rechts um den See, so ist man immer auf der sicheren Seite", sagt Grafwallner.
Als Sehenswürdigkeiten und gastronomische Einkehrmöglichkeiten auf der Rundtour nennt er unter anderem das Strandbad Seeglas, die ehemalige Klosterkirche und das Bräustüberl in Tegernsee, die St, Laurentiuskirche in Rottach-Egern und das Aquadome in Bad Wiesee. Abzurufen sind die Route und alle dazugehörigen Informationen im Internet unter der Adresse Behindertenkompass.     Gabi Werner
24. September 2011

Protest gegen unerreichbare Bahnhöfe


Demo Markt SchwabenBild:
Das kann nicht sein": Behindertenbeauftragte Ursula Frey (ir; Rollstuhl) demonstrierte in Markt Schwaben. FOTO: DZIEM8ALLA

Der barrierefreie. Ausbau der Bahnhöfe soll den nächsten Jahren beschleunigt werden. Gestern protestierten Behinderte gegen fehlende Rampen und Aufzüge. Kurios: Auch ein Vertreter der Bahn applaudierte.

München — Die S-Bahnhöfe von Markt Schwaben und Gilching — es sind nur zwei von vielen Bahnhöfen in Bayern, an denen Behinderte oft scheitern. „In der heutigen Zeit kann es nicht sein, dass ein Bahnhof nicht barrierefrei ist", ärgert sich die Behindertenbeauftragte des Landkreises Ebersberg, Ursula Frey. Mit 30 Demonstranten steht sie am Freitag Vormittag am S-Bahnhof Markt Schwaben. Aufgerufen zu dem Protest hat die Vereinigung kommunaler Interessenvertreter von Menschen mit Behinderung (VKIB). Die Demos finden landesweit statt, denn die Probleme sind überall ähnlich. Steile Treppen, veraltete Unterführungen, zu niedrige Bahnsteigkanten. In Markt Schwaben, immerhin, ist schon vor einem Jahr Spatenstich gewesen für den Bau von zwei Fahrstühlen. Doch die Bauarbeiten verzögern sich.
Der Protest ist kein Einzelfall. Auch in Gilching (Kreis Starnberg) demonstrieren am Freitag Behinderte. „Von 14 Stationen im Landkreis sind nur zwei barrierefrei", sagt die Behindertenbeauftragte Petra Seidl. „Ein behinderter Mensch mit Rollator schafft es einfach nicht diesen in die Züge zu hieven."

Die Bahn macht eine Gegenrechnung auf: Insgesamt sind nach Angaben der Bahn derzeit gut die Hälfte der 149 S-Bahn-Stationen barrierefrei ausgebaut worden — zuletzt zum Beispiel Olching, Maisach, Planegg, Erding, Aying oder Zorneding. Am Münchner Hauptbahnhof wird derzeit ein neues Blindenleitsystem eingebaut und die Beschallungsanlage erneuert. Die Investitionen sind beträchtlich, sagt Bahnsprecher Franz Lindemeier: Gut 200 Millionen Euro in den vergangenen 20 Jahren. Für 18 weitere Bahnhöfe sind die Arbeiten geplant oder haben sogar schon begonnen. Dazu zählen der Bahnhof Ebersberg und die S-Bahn-Station Westkreuz. Derzeit sind zwei Drittel der 1010 Bahnhöfe in Bayern stufenfrei erreichbar. Bis Ende 2012 sollen annähernd 80 Prozent der Reisenden barrierefrei zum Zug kommen.

Der Münchner SPD reicht das nicht. Fraktionschef Alexander Reissl zählte gestern elf S-Bahnhöfe im Stadtgebiet auf (zum Beispiel Isartor, Donnersbergerbrücke oder Lochhausen), die trotz vieler Zusicherungen noch nicht ausgebaut sind. Mütter mit Kinderwagen, Senioren, Behinderte, selbst Reisende mit schweren Koffern seien die Leidtragenden. Er fordert von Bahn und Freistaat einen verbindlichen Zeitplan für den Ausbau.

Wie aufwändig der Ausbau tatsächlich ist, zeigt das Beispiel des Bahnhofes Traunstein, wo gestern der Spatenstich war. Dazu reisten extra Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und Bayerns Bahnchef Klaus-Dieter Josel an. Sieben Millionen Euro kostet allein die Beseitigung von Barrieren in diesem Bahnhof unter anderem müssen Bahnsteige an die Einstiegshöhe der Züge angepasst werden, es gibt ein Blindenleitsystem, Aufzüge, mehr Beleuchtung, neue Durchsagen. Selbst die Bushaltestellen am Bahnhof werden so erhöht, dass ein stufenloser Einstieg möglich ist.

So etwas hätten die Markt Schwabener auch gerne. Bei der Demo zeigte gestern sogar der Vertreter der Bahn Verständnis für den Unmut. Bei der Ansprache der Behindertenbeauftragten nickte der von DB Station & Service Bahnmanagement geschickte junge Mann zustimmend, manchmal applaudierte er sogar.

VON ARMIN RÖSL, ULI SINGER UND DIRK WALTER
Mai 2011

Behinderten-Toilette am Bahnhof ist fertig


Bild:
Aufgesperrt: Am Schlierseer Bahnhof gibt es nun eine Behinderten-Toilette. Mit Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (M.) freuen sich Jakob Kreidl (I.) als Vorsitzender des Stiftungsbeirats der Gabriele-Oemisch-Stiftung sowie der Behindertenbeauftragte des Landkreises, Anton Grafwallner.  Foto: Thomas Plettenberg

Schliersee - Den Anstoß hatte ein privater Spender gegeben, der nicht öffentlich auftreten möchte. Sichtbar wird sein Engagement nun am Schlierseer Bahnhof: Dort werden derzeit nach und nach die öffentlichen Toiletten saniert und umgebaut. Nachdem das ehedem wenig ansehnliche Häuschen vom Bauhof der Gemeinde Schliersee außen auf Vordermann gebracht wurde, ist nun das Innenleben dran. Die Behinderten-Toilette ist fertig und wurde nun in Betrieb genommen. Neben dem Unbekannten hat auch die Gabriele-Oemisch-Stiftung Geld für die Einrichtung der barrierefreien Toilette gegeben - und zwar 4100 Euro auf Vermittlung des Behindertenbeauftragten Anton Grafwallner.

Derzeit werden die Herren-Toiletten im Nordteil des Häuschen herausgerissen und dort Damen-WCs eingebaut. Der Grund ist einfach: „Da ist mehr Platz", sagt Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer. Sobald dieser Teil fertig ist, werden auf der anderen Seite die Herrentoiletten neu gebaut. Im November soll alles fertig sein. Da der Bauhof die Arbeiten neben seinen eigentlichen Aufgaben erledigt, sei ein strafferer Zeitplan nicht drin. Im Herbst aber, wenn auch der sommerliche Veranstaltungsreigen vorbei ist, hätten die Arbeiter wieder mehr Zeit, sich um die Toiletten am Bahnhof zu kümmern. Die Gesamtkosten beziffert Schnitzenbaumer auf rund 50 000 Euro.       dat
Tegernseer Zeitung /  04.02.2011

Ernennung
Hilfe bei Anträgen und Behördengängen


Brigitte GeissBild:
Brigitte Geiss, Behindertenbeauftragte von Bayrischzell

Bayrischzell — Die Gemeinde Bayrischzell hat eine neue Behindertenbeauftragte: Brigitte Geiss übernimmt ab sofort das Ehrenamt. Der Gemeinderat ernannte die 49-jährige Bayrischzellerin in seiner jüngsten Sitzung einstimmig.
Künftig hilft Geiss behinderten Menschen nach Bedarf bei Anträgen, ,Ämtergängen sowie im Alltag und steht auch für Gespräche zur Verfügung. Die 49-Jährige unterstützt den bisherigen Behindertenbeauftragten Rolf Poestgens, der diese Aufgabe bisher alleine schulterte. Seine ehemalige Kollegin Renate Wolf legte das Amt im Jahr 2003 aus Altersgründen nieder. „Wir haben aber bislang keinerrgeeigneten Nachfolger gefunden", sagte Bürgermeister Helmut Limbrunner. Nun schlug der Behindertenbeauftragte des Landkreises, Anton Grafwallner, Brigitte Geiss für das Amt vor, die sich daraufhin bei der Gemeinde bewarb. Die Bayrischzellerin hat selbst einen schwerhörigen Sohn und ist dementsprechend mit der Thematik vertraut. Zudem ist Geiss bereits Vorsitzende der Bayrischzeller Nachbarschaftshilfe.
Bayerische Staatszeitung / 28.01.2011
Verbände legen repräsentative Befragung zu Wohnwünschen von Senioren vor

Sicheres und selbstbestimmtes Wohnen


selbstbestimmtes WohnenBild:
Zwei Drittel der über 70-Jährigen bevorzugen selbstständiges Wohnen im Alter. FOTO: BILDERBOX

VVie wollen die Bundesbürger im Alter wohnen? Dies hat TNS Emnid in einer repräsentativen Umfrage unter deutschen Mietern und Eigentümern ab 50 Jahren ermittelt, die auf der BAU 2011 in München von Verbänden der Bau- und Immobilienwirtschaft sowie dem Deutschen Mieterbund vorgestellt wurde. Die Umfrage zeigt, dass zwei Drittel der Bundesbürger ein selbstbestimmtes Wohnen im Alter bevorzugen, welche Hilfen sie dazu konkret benötigen, wie viel Geld sie bereit wären auszugeben und wo Unterschiede zwischen Mietern und Eigentümern bestehen.

Die Ergebnisse verleihen den bisherigen Forderungen der Verbände nach mehr altersgerechtem Wohnraum Nachdruck. Bereits in 15 Jahren wird ein Viertel der Privathaushalte in Deutschland Bewohner haben, die 70 Jahre und älter sind. Dies sind rund zehn Millionen Haushalte 70 plus. Doch altersgerechte Wohnungen sind noch immer Mangelware. Nach Schätzungen der Verbände müssten, um den Bedarf nach einem selbstbestimmten und sicheren Wohnen in den eigenen vier Wänden im Alter zu decken, pro Jahr rund 100 000 seniorengerechte Wohnungen durch Neubau oder Modernisierung geschaffen werden. Dies wären rund zwei Millionen altersgerechte Wohnungen bis 2025. Sie fordern daher die Politik auf, dringend mehr Anreize zu schaffen, damit private Investoren stärker in altersgerechten und bezahlbaren Wohnraum investieren.

Ein Drittel würde umziehen.

Wenn es um die bevorzugte Wohnform im Alter von 70 Jahren und älter geht, sind sich Mieter und Eigentümereinig: Zwei Drittel der Befragten bevorzugen ein eigenständiges Leben in einer gewöhnlichen Wohnung oder im Haus. 57 Prozent der Befragten würden jedoch nicht auf ein zusätzliches Hilfsangebot verzichten wollen. Nur ein Drittel möchte zwecks altersgerechtem Wohnen umziehen.

Jeder zweite Befragte würde stattdessen lieber die Wohnung oder das Haus umbauen. Allerdings würden über 80 Prozent der Befragten beim Verlust der Selbstständigkeit im Alter noch einmal umziehen. Das Alter spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

Wichtig für ein selbstständiges Leben im Alter ist die Möglichkeit, Hilfen im Haushalt und bei der Pflege in Anspruch nehmen zu können und Geschäfte, Ärzte sowie öffentliche Verkehrsmittel in unmittelbarer Nähe - 95 Prozent beziehungsweise 94 Prozent der Befragten erachten dies als wichtig - zu haben. 84 Prozent stufen den Einbau von altersgerechten Techniken und Kommunikationsmitteln wie Hausnotruf oder Kommunikation mit Ärzten und Pflegern als wichtig ein.


Ein barrierearmer Zugang zur Wohnung heispielsweise durch weniger Treppen oder den Einbau eines Fahrstuhls (82 Prozent) und bauliche Anpassungen in der Wohnung wie zum Beispiel eine bodengleiche Dusche (81 Prozent) sind weitere wichtige Voraussetzungen. Auch Sicherheitsmaßnahmen wie beispielsweise eine Gegensprechoder Alarmanlage spielen für 72 Prozent eine bedeutende Rolle - gerade Frauen fühlen sich damit wohler („sehrwichtig"; 22 Prozent, Frauen: 42 Prozent).


Im Alter werden Hilfsangebote überaus gern in Anspruch genommen: Ganz oben auf der Präferenz- liste steht die Hilfe bei der Pflege. Für 77 Prozent der Befragten wäre ein solches Angebot wichtig im Alter. Aber auch Hilfen bei der Hausarbeit (69 Prozent), bei kleineren Reparaturen (66 Prozent), bei Einkäufen (66 Prozent), bei Behördengängen (63 Prozent), bei der Körperpflege (62 Prozent), bei Arztbesuchen (60 Prozent) sowie gemeinsame Unternehmungen (59 Prozent) sind besonders beliebt. Lediglich das bekannte „Essen auf Rädern" ist weniger stark nachgefragt (34 Prozent). Interessant: Insbesondere der Hilfsbedarf bei der Hausarbeit nimmt ab 80 Jahren sprunghaft zu (ab 80 Jahre 79 Prozent. bis 60 Jahre: 66 Prozent).
Im Schnitt können die Befragten für Serviceleistungen oder altersgerechte bauliche Veränderungen 280 Euro monatlich aufbringen. Eigentümer haben mehr Ressourcen als Mieter - sie können im Schnitt 384 Euro aufbringen, während es bei Mietern lediglich 161 Euro sind

Keine Stigmatisierung

Mieter mit beispielsweise einem monatlichen Haushaltseinkommen von bis zu 1500 Euro können zu ihren monatlichen Wohnkosten durchschnittlich 5 Prozent ihres Haushaltseinkommens für zusätzliche Serviceleistungen und bauliche Anpassungen aufwenden, Eigentümer hingegen durchschnittlich das Doppelte. Bei einem Haushaltseinkommen von über 1500 Euro könnte ein Miethaushalt bis zu 15 Prozent und ein Eigentümer bis zu 25 Prozent für zusätzliche Serviceleistungen aufbringen.
Der Begriff „altersgerecht" hat offenbar nicht die Stigmatisierung, die ihm immerzugeschrieben wird. Bei dem Angebot von seniorengerechtem Wohnraum setzen die Deutschen auf klassische Begriffe. Als „sicher" (80 Prozent), „altersgerecht" (77 Prozent) und „individuell" (75 Prozent) sollte eine Wohnung oder ein Haus angepriesen werden, damit sie/es Interesse weckt. Auch die Bezeichnung „barrierefreies beziehungsweise -armes Wohnen" (72 Prozent) wird positiv bewertet. Begriffe wie „komfortables" oder „generationengerechtes" (55 Prozent) Wohnen scheinen hingegen weniger greifbar für die Menschen zu sein und werden von deutlich weniger Befragten favorisiert.


Das Verbändebündnis aus dem Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BOB), dem Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) sowie dem Deutschen Mieterbund (DMB) fordert die Politik auf, mehr Anreize zu schaffen, damit private Unternehmen in bezahlbaren altersgerechten Wohnraum investieren. ,,Wir brauchen deutlich mehr Wohnungsneubau, insbesondere neue barrierearme oder barrierefreie Wohnungen. Anreize zum Bau und eine verbesserte öffentliche Förderung sind unverzichtbar. Das gilt genauso für entsprechende Modernisierungen der Wohnungsbestände", forderte Lukas Siebenkotten, Direktor des Deutschen Mieterbundes (DMB).


„Es kann nicht sein, dass die Schere zwischen Aufgabe und Unterstützung immergrößer wird. Wir brauchen einen Mix aus Förderung und Anreizen. Das KfW-Programm .Altersgerecht umbauen' muss auch nach 2011 fortgeführt werden. Gleichzeitig sind insbesondere bessere steuerliche Rahmenbedingungen für den altersgerechten Umbau und den Neubau wichtig - allen voran die Einführung einer richtig bemessenen Abschreibung für Gebäude in Höhe von 4 Prozent", sagte Walter Rasch, Präsident des BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V.


„Auch wenn der Hausbesitzer üblicherweise sanieren würde, kann im Einzelfall ein Abriss und Ersatzneubau eines Wohngebäudes die wirtschaftlichere und hochwertigere Lösung sein. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn neben der altersgerechten Anpassung des Wohnraums auch eine energetische Verbesserung geschaffen werden soll. Denn bei der Kombination von energetischen und altersgerechten Sanierungsmaßnahmen wird bei einigen Gebäuden Neubaukostenniveau erreicht oder sogar überschritten, ohne dass Neubauqualität erreicht werden kann", erklärte Hans Georg Leuck, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau e.V.

Mehr Barrierefreiheit

„Die Analysen der demografisehen Entwicklungen sind klar. Jede 4. Person wird im Jahr 2025 über 70 Jahre alt sein. Wir kennen auch die Vorstellungen, die ältere Menschen zum Wohnen im Alter haben. Wir kennen den Bestand und wissen, dass wir zu wenig altengerechte Wohnungen haben. Auch wenn die Medizin weiter rasante Entwicklungen macht, stellt sich die Frage, wie wir zu mehr barrierefreiem oder -armem Wohnraum kommen. Deshalb müssen wir schon heute alles daran setzen, mit jeder neu gebauten Wohnung qualitativ auf die Anforderung in 15 Jahren zu reagieren. In den Förderbedingungen und bei den Investitionsanreizen. Nur dann wird es uns gelingen, rechtzeitig die Qualität dem Markt zur Verfügung zu stellen, die älteren Menschen möglichst lange ein selbstbestimmtes Wohnen in den eigenen vier Wänden ermöglicht, und damit erheblich zur Entlastung der Sozial- und Pflegesysteme beiträgt", fasste Stefan Thurn, Präsident des Bundesverbands Deutscher Baustoff-Fachhandel e.V. zusammen.
FRIEDRICH H. HETTLER
Tegernseer Stimme /  11.01.2011

“Irgendwie geht´s immer” –  Anton Grafwallner aus Gmund mit Goldener Ehrennadel ausgezeichnet


Toni GrafwallnerBild:
Anton Grafwallner

Bericht
von Rose-Marie
„Ich war ganz schön überrascht darüber, dass ich die Nadel bekommen soll“, erzählt Anton Grafwallner aus Gmund. Während eines Galaabends in Berlin erhielt er die Auszeichnung aus der Hand des Ehrenpräsidenten der deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) Gottfried Milde. Eine Goldene wurde es, die der 62-Jährige als Anerkennung um sein . . .   mehr >
Tegernseer Zeitung / 04.01.2011

Noch im Geburtsstadium, aber voll aktiv




Bild links
: Das therapeutische Reiten für behinderte Kinder aus dem Landkreis Miesbach wird von der Oemisch-Stiftung bedacht. Seit 34 Jahren gibt es auf dem Straußenhof in Waakirchen eine spezielle Physiotherapie auf dem Pferd.

Bild rechts: Unterricht auf der Veeh-Harfe erteilt Katharina Bucher an
der Anton-Weilmaier-Schule. FOTOS: THOMAS PLETTENBERG

Seit einem Jahr gibt es die Oemisch-Stiftung, die Menschen mit Behinderung im Landkreis unterstützt. Drei Projekte wurden bereits gefördert, an zwei weiteren wird aktuell gefeilt.

VON VERA MARKERTzte WilleLandkreis — Gutes zu tun war der letzte Wille von Gaby Oemisch: Die 101-jährige Rottacherin, die am 18. Januar 2010 starb, setzte den Landkreis Miesbach als Alleinerben ein. Testamentarisch verfügte Oemisch, mit ihrem Vermögen von 1,8 Millionen Euro eine Stiftung im Landkreis zu gründen, die Menschen mit Behinderung hilft.
Im Stiftungsbeirat sitzen Landrat Jakob Kreidl, der Behindertenbeauftragte des Landkreises, Anton Grafwallner, der Anwalt der Verstorbenen, Hans-Joachim Karpf, sowie ihr Hausarzt Dr. Klaus Fresenius. Ansprechpartner ist Grafwallner, doch das Landratsamt verwaltet die Stiftung. Deren Vermögen ist durch Rücklagen und Erträge bereits von 1,8 auf zwei Millionen Euro gewachsen.

Ein kleiner Teil des Geldes kam zunächst zwei Umbauten zugute: Die Stiftung bezuschusste einen Teil der Kosten für zwei barrierefreie Wohnungen in Hausham und Bad Wiessee mit 1300 und 1000 Euro. Eine Finanzspitze von 2000 Euro gab es zudem für den Veeh-Harfen-Unterricht an der Haushamer Anton-Weilmaier-Schule. Seit Oktober gibt Katharina Bucher acht Schülern von acht bis 16 Jahren Musikstunden.  Die vier Veeh-Harfen gehören der Förderschule, den Unterricht organisiert die Musikschule Hausham. Das Instrument eignet sich laut Bucher besonders für behinderte Menschen. „Man muss nicht Noten lesen können", erklärt die Studentin der Musikhochschule München. Um auf der Veeh-Harfe zu spielen, wird ein DIN A4-Blatt zwischen die Saiten geschoben. Aufgezeichnete Punkte und Striche markieren, welche Saiten wann und wie zu zupfen sind. Um das bereits Gelernte zu zeigen, fand bereits das erste Veeh-HarfenKonzert in der Schule statt.

Erfolge verbucht ebenso der Straußenhof in Waakirchen: Die Oemisch-Stiftung bezuschusste das therapeutische Reiten für behinderte Kinder aus dem Landkreis mit 2000 Euro. Seit 34 Jahren bietet der gemeinnützige Therapieverein mit angegliedertem Reiterhof eine spezielle Physiotherapie auf dem Pferd an, die für neurologisch behinderte Menschen gedacht ist — auch für Gelähmte. „Der Schritt des Pferdes vermittelt eine Bewegung, die dem Gehen ähnlich ist, erklärt Physiotherapeutin Josepha Six.rdere MusDie Therapie auf einem der sechs Pferde fördere Muskulatur und Gleichgewicht. Sie soll entwicklungsbegleitend mindestens mehrere Monate erfolgen.

Die Stiftung hat noch weitere Ziele im Visier. Noch in diesem Jahr soll die Wallfahrtskirche Birkenstein einen behindertengerechten Zugang bekommen. „Es gibt viele Behinderte, die gerne in der Kirche einkehren würden", sagt Karpf. Deshalb erarbeitet derzeit ein Architekt ein entsprechendes Konzept für den Umbau, an dem sich die Stiftung beteiligen möchte. Einen Zuschuss bekommt ferner der RSLC Holzkirchen für die Deutsche Meisterschaft im Paracycling. Im Juli wird es ein Einzelzeitfahren in Unterdarching und ein Kriterium in Holzkirchen geben.

Für die Stiftung selbst wünscht sich der Beirat noch mehr Öffentlichkeitsarbeit. Geplant ist unter anderem eine eigene Homepage. „Wichtig ist, dass die Stiftung flächendeckend bekannt wird", sagt Grafwallner. Karpf ergänzt: „Wir sind noch im Geburtststadium." So bestehe bei vielen Menschen noch eine Scheu, Hilfe in Anspruch zu nehmen. „Die Leute sollen merken: Das ist eine Institution, die helfen kann", so Karpf.

Kontakt
ist mit Anton Grafwallner unter 08022 / 70 57 88 möglich.

Tegernseer Zeitung / Weihnachten, 24./25./26. Dezember 2010

Sechs in einem Bunde


Um die Belange von behinderten Mitbürgern kümmert sich in Holzkirchen künftig ein mehrköpfiger Beirat

6-köpfiger BehindertenbeiratBild:
Der neue Beirat für behinderte Mitbürger in Holzkirchen (hinten v. I.): Johann Numberger, Margarete Sommer, Bürgermeister Josef Höß und Andreas Gilde sowie (vorne) Monika Mehl, Rainer Jörg und Mona Hackl.
FOTO ANDREAS LEDER

VON ANDREAS HÖGER
Holzkirchen — Einer war gesucht, sechs wurden gefunden: Für Menschen mit Behinderungen setzt sich in Holzkirchen künftig ein sechsköpfiger Beirat ein. Alle Sechs hatten sich auf eine Ausschreibung der Gemeinde gemeldet, die einen Nachfolger für den vor gut einem Jahr verstorbenen Behinderten-Beauftragten Helmut Grießer suchte. „Wir waren erstaunt und höchsterfreut, dass sich so viele hier engagieren wollen", sagt Bürgermeister Josef Höß. Als Sprecherin des Gremiums fungiert Margarete Sommer, zu ihrem Stellvertreter wurde Andreas Gilde bestimmt. Der Gemeinderat begrüßte diese ungewöhnliche Beirats-Konstellation.

Etwas ratlos sei man gewesen, gestand der Bürgermeister, als plötzlich sechs Bewerber an diesem Ehrenamt Interesse zeigten. „Nach welchen Kriterien sollten wir aussuchen?" So reifte die Lösung, alle Sechs mit ins Boot zu holen. Die Gruppe setzte sich zusammen, bestimmte aus ihren Reihen zwei Sprecher und nahm sich vor, als Team Fürsprecher der Behinderten zu sein. „Wir sind richtig stolz auf euch", bekannte der Bürgermeister.

Der Beirat hat auch schon Pläne geschmiedet, wie Sprecherin Margarete Sommer berichtet. So soll es eine feste Sprechstunde für behinderte  Mitbürger im Rathaus geben. Auch eine Wunschliste des Beirats liegt der Verwaltung bereits vor. "Seien sie hartnäckig", fordert SPD-Sprecherin Eleisabeth Dasch das neue Gremium auf. Auch FWG-Sprecher Marcus Ernst wünscht sich viele Anregungen, wie der Alltag für Behinderte in Holzkirchen erleichtert werden kann. "Denn der Amtsschimel lauert überall."

Die Vorsitzende des neuen Beirats wohnt seit 1986 in Holzkirchen. Margarete Sommer baute eine Selbsthilfegruppe für Marcumar-Patienten auf und ist, wie sie selbst sagt, „sehr gut vernetzt mit Ärzten und Krankenhäusern". Sie will jetzt unter anderem dafür sorgen, dass der neue Beirat in Holzkirchen bekannt wird, auch bei Vereinen und Organisationen. Gut vorstellen kann sie sich, in der Marktgemeinde einmal einen großen „Gesundheitstag" mitzugestalten. Ihr Stellvertreter Andreas Gilde ist vor zwei Jahren zugezogen; er arbeitet bei der Bahn.

Die Belange der Rollstuhlfahrer bringt Rainer Jörg aus eigener Erfahrung in das neue Gremium ein; seit 24 Jahren ist er ein Holzkirchner. Ein knappes Jahr erst lebt Monika Mehl im Ort. Die Ergotherapeutin arbeitet beruflich mit Schwerkranken und hat auch als Projektmanagerin schon Erfahrurigen gesammelt. Sie will unter anderem die UN- Behindertenkonvention stärker in den Fokus rücken. Josef Numberger rückt quasi als Quereinsteiger ins Team. „Ich will meine Freizeit sinnvoll nutzen und mich einbringen", sagt der Rentner, der seit 1993 in Holzkirchen zuhause ist.

Ein persönliches Schicksal hat Mona Hackl zur Fürsprecherin von Menschen mit Behinderungen gemacht. Sie pflegte ihren Sohn nach einem schweren Motorradunfall und hat auch beruflich mit der Behinderten-Arbeit zu tun. Ihr ist wichtig, dass sich besonders behinderte Kinder nicht verstecken. „Man soll sie im Ort sehen, sie können zum Beispiel mit änderen Musik machen oder im Sportverein sein."

Die Vielschichtigkeit des Gremiums beeindruckt den Bürgermeister. „Die Mitglieder ergänzen sich optimal." Elisabeth Dasch glaubt, „dass sechs Personen dieses Amt sicher leichter tragen als nur ein Beauftragter."

Gelbes Blatt / 23. August 2010

Barrierefreie Entwicklung zur Premiumregion


Tätigkeitsbericht des Behindertenbeauftragten des Landkreises / Anton Grafwallner erhält Ehrennadel


Miesbach (ft) - „Du bist ein Glücksfall für den Landkreis", dankte Josef Höß (CSU) Anton Grafwallner. Er habe „uns sensibilisiert", lobte Höß, nachdem Grafwallner dem Kreistag bei dessen jüngster Sitzung über seine Tätigkeit als Behindertenbeauftragter des Landkreises berichtete. Seit zehn Jahren bekleidet Grafwallner das Amt. In dieser Zeit hat er mit großem Engagement viel erreicht. Dafür überreichte ihm Landrat Jakob Kreidl die Ehrennadel des Landkreises Miesbach. Mittlerweile gibt es in allen 17 Kommunen Behindertenbeauftragte. „Sie haben das Netzwerk aufgebaut", würdigte Kreidl Grafwallners Verdienst.

Er selbst blickt auf eine „knochenharte Arbeit" zurück. „Oft gerät man an den Rand der psychischen und physischen Grenze, wenn man die Schicksale von Menschen mit Behinderung näher kennen lernt und nach Lösungsmöglichkeiten suchen muss." Dies ist ihm häufig gut gelungen, auch im öffentlichen Bereich hat er vielen Menschen mit Behinderungen das Leben erleichtert. Die Infrastruktur im Landkreis etwa habe sich verbessert, sagte Grafwallner, der selbst im Rollstuhl sitzt. So könne auch wer kein Auto besitzt, „trotzdem bequem und schnell mit der barrierefreien Bayerischen Oberlandbahn anreisen". Außerdem seien 75 Prozent der Busse in Niederflurtechnik gebaut und mit Klapprampen ausgerüstet. Besonders stolz ist Grafwallner auch auf spezielle Fußgängerüberwege, die Rollstuhl- und Rollatorfahrern ebenso wie Blinden mit Stock helfen, Straßen sicher zu überqueren. Ebenerdige Noppen-und Rillenplatten weisen den Sehbehinderten den Weg - ohne der sonst nötigen Tastkanten, die Gehbehinderten Probleme bereitet. An der Entwicklung waren neben dem Behindertenbeauftragten die Gemeinde Gmund, der Blindenbund Rosenheim und ein Ingenieurbüro beteiligt.

Auch Wanderwege in der Region können Gehbehinderte nutzen. Viele seien für Elektrorollstühle getestet, erklärte Grafwallner. Zudem gibt es 80 Behindertenparkplätze im Landkreis Miesbach sowie 30 Behindertentoiletten. Das komplette touristische Angebot sowie viele hilfreiche Informationen sind im Behindertenkompass für die Alpenregion Tegernsee Schliersee zusammengefasst. Der Internet- auftritt ist ein großer Erfolg, im Schnitt 120 Besucher pro Tag zählt die Seite.

„Licht und Schatten" sieht Grafwallner beim Thema „barrierefreies Bauen". Schon 20 Bauanträge habe er heuer im Auftrag des Landratsamtes darauf geprüft, ob die Vorhaben behindertengerecht sind. Im Oktober lädt Grafwallner zu einem Seminar für Bauamtsleute und Architekten ein. „Was fehlt, sind barrierefreie Wohnungen im Landkreis", erklärte Grafwallner. Er wies darauf hin, dass Kommunen Zuschüsse in Höhe von bis zu 10.000 Euro winken, wenn sie gemeindliche Wohnungen barrierefrei umbauen.

Eine völlig neue Betrachtungsweise von Behinderung, weg vom primär medizinischen und sozialen Blickwinkel hin zu einem Menschenrechtsthema, ist für Grafwallner ein „Quantensprung" - die von den Vereinten Nationen verabschiedete Behindertenrechtskonvention. Damit wurde in Deutschland der Begriff der Inklusion eingeführt. Er verdrängt die Integration. Das bedeutet, „dass Förderung und Unterstützung künftig dem behinderten Menschen folgen müssten und nicht umgekehrt", erklärte Grafwallner. In der Schule etwa hätten Kinder mit Behinderung ein Recht auf einen Platz in einer Regelklasse. Im Landkreis gibt es Beispiele, dass das Konzept funktioniert. Es gibt inklusive Kindergärten, seit kurzem eine inklusive Kinderkrippe bei der Lebenshilfe in Hausham und in Kreuth besteht eine inklusive Regelklasse mit einem blinden Mädchen. Die Tendenz werde sich fortsetzen. ist Grafwallner überzeugt, brauche aber Zeit. Die benötigte auch er. In den vergangenen zehn Jahren ist aber viel passiert, der Landkreis hat beim Thema Barrierefreiheit einen großen Schritt gemacht. Wenn die Zusammenarbeit zwischen Behindertenbeauftragten und Entscheidungsträgern weiterhin so funktioniert, sagte Grafwallner, „könnten wir ohne großen Aufwand eine Premiumregion für Menschen mit Behinderungen für Einheimische, Tagesausflügler und Feriengäste werden".
Miesbacher Merkur  / August 2010

Im Landkreis verschwinden die Barrieren


Grafwallner: Infrastruktur für Menschen mit Behinderungen wird immer besser - Recht auf Besuch einer Regelschule

VON KATRIN HAGER
Miesbach — Anton Grafwallner ist keiner, der sich lange mit der Vergangenheit aufhält. „Ich blicke lieber in die Zukunft", sagte der Behindertenbeauftragte des Landkreises Miesbach in der Sitzung des Kreistags. Seit zehn Jahren ist er im Amt, jetzt zog er vor dem Gremium Bilanz. „Es hat Spaß gemacht, ist aber auch knochenharte Arbeit gewesen", sagte er. „Das geht an die psychische und physische Belastungsgrenze, wenn man die einzelnen Schicksale näher kennen lernt und nach Lösungen suchen muss." Der knochenharte Job ist noch in der Sitzung gebührend
gewürdigt worden: Landrat Jakob Kreidl überreichte dem Behindertenbeauftragten die Ehrennadel des Landkreises Miesbach (siehe Kasten).

GrafwallnerFoto: Anton Grafwallner
wurde vom Landkreis geehrt:

Zuvor hatte Grafwallner erläutert, wo der Landkreis in Sachen Barrierefreiheit steht. Sein Fazit: „Ich habe das Gefühl, wir sind schon fast eine Premiumregion — für Einheimische, Urlauber, Tagesgäste und Ausflügler." Die Infrastruktur für Menschen mit Behinderungen werde immer besser, erklärte Grafwallner, der selbst im Rollstuhl sitzt. Zusammen mit der Gemeinde Gmund und einem Ingenieurbüro sei es gelungen, für Straßen eine kostengünstige Fußgängerquerungshilfe zu entwickeln, die sowohl für Rollstuhl- und Rollatorfahrer als auch für Blinde mit Stock geeignet sei: Sie verfügt über ebenerdige Noppen- und Rillenplatten.
Der Landkreis gehöre zu den wenigen Regionen, in der barrierefreie Buslinien gekennzeichnet seien. 75 Prozent der Linienbusse seien Niederflurfahrzeuge, die Rollstuhlfahrer nutzen können — so wie die Züge der Bayerischen Oberlandbahn. Im Landkreis gebe es 80 Behindertenparkplätze und 30 öffentliche Behindertentoiletten. Für Menschen mit Behinderungen würden spezielle Kulturführungen angeboten, und die großen Kulturtempel im Landkreis, der Waitzinger Keller in Miesbach und das Kultur im Oberbräu in Holzkirchen, seien barrierefrei gebaut.
Allein dieses Jahr habe er 20 Bauvorhaben darauf geprüft, ob sie behindertengerecht sind, berichtete Grafwallner. „Was fehlt im Landkreis, sind barrierefreie Wohnungen", sagte er. Dabei gebe es für Kommunen Zuschüsse wenn sie gemeindliche Wohnungen barrierefrei ausbauen, informierte der Behindertenbeauftragte.

Als „Quantensprung in der Behindertenpolitik" bezeichnete Grafwallner die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen, welche die Bundesrepublik unterzeichnet hat. Was manchem sehr theoretisch erscheint, bedeutet für Menschen mit Behinderung eine grundlegend neue Position: „Man spricht heute nicht mehr von Integration, sondern von Inklusion", erklärte Grafwallner. Das bedeutet: Behinderte haben ein Recht darauf, dass sich ihre Umwelt auf sie einstellt — und nicht umgekehrt. Das sei vor allem in der Schule wichtig, ist Grafwallner überzeugt: Kinder mit Behinderung hätten ein Recht auf einen Platz in einer Regelschule. Der Landkreis sei auch hier gefordert: „Daran müssen wir beim Schulbau denken, auch bei den Sportanlagen."

Dass Inklusion funktionieren kann, belegten zum Beispiel die Kindergrippe in Hausham und eine Klasse an der Kreuther Grundschule, die ein blindes Mädchen besucht (wir berichteten). „Der Druck wächst, dass inklusiver Unterricht stattfindet — das wird sich von unten nach oben regeln", glaubt Grafwallner. „In Finnland gibt es keine Förderschulen mehr", stellte er als Vision in den Raum. „Allerdings haben die auch 30 Jahre gebraucht." Bei der Kommunalpolitik im Landkreis habe er jedenfalls den Eindruck gewonnen, dass die Behindertenbeauftragten der Gemeinden sehr gut weiterarbeiten könnten.

Auszeichnung für Grafwaliner


Für sein Engagement als Behindertenbeauftragter des Landkreises ist Anton Grafwaliner mit der Ehrennadel des Landkreises Miesbach ausgezeichnet worden. Der Gmunder engagiert sich seit zehn Jahren in dem Amt. „Sie haben das Netzwerk aufgebaut", würdigte Landrat Jakob Kreidl. In allen 17 Kommunen des Landkreises gibt es inzwischen Behindertenbeauftragte, die als Mittler zwischen Kommunalpolitik und  Menschen mit Behinderungen fungieren, oft aber auch ganz konkrete Hilfestellung geben oder dafür sorgen, dass das Handicap nicht der zwi-
schenmenschlichen Begegnung im Weg steht. Josef Höß (CSU) lobte im Kreistag die pragmatische Art des Behindertenbeauftragen. Er erinnere sich noch, erzählte der Holzkirchner Bürgermeister, wie Grafwallner reagiert habe, als er ihm erklärt habe, däss die Rollstuhlfahrer-Rampe am Rathauseingang nicht so flach gebaut werden könne wie gefordert. Grafwaliner habe geantwortet. „,Wenn Du die Rampe mit zehn Prozent Neigung baust, ist mir das immer noch lieber, als wenn Du gar keine baust' — das ist Deine Art", lobte Höß.
Merkur-Online  / 2. Juli 2010

Neue Krippe für Tausendfüßler


integrative Krippe / HaushamHausham - Die Lebenshilfe hat in Hausham eine neue Integrative Kinderkrippe geschaffen. Eröffnung ist am 5. Juli. Bürgermeister Hugo Schreiber warnt vor Missbrauch des Angebots.

Foto: Die ersten Kinder sind schon da: Zudem gab es prominenten Besuch beim ersten Rundgang durch die neue Kinderkrippe in Hausham: Stellvertretender Landrat Arnfried Färber(h.l.), Bürgermeister Hugo Schreiber (r.), Pfarrer Michael Mannhardt (2.v.r.) und Kreis-Behindertenbeauftragter Anton Grafwallner.   mehr
Lichtblick Zeitung / Juni 2010

Fürsprecher der Schwachen


Grafwallner, ein Führsprecher der SchwachenFoto: Engagement aus Leidenschaft: Anton Grafwallner

Anton Grafwallner hat viele Pläne


Er ist unermüdlich im Einsatz -
Anton Grafwallner bringt sich ein wo immer er kann, sein soziales Engagement ist schon mehrfach ausgezeichnet worden. Der gebürtige Tegernseer erkrankte selbst vor 30 Jahren an Multipler Sklerose, das stetige Voranschreiten seiner Krankheit hat ihn allerdings nicht entmutigt. Er bezeichnet sich gern als Experte in eigener Sache: „Ich habe das Behindertensein quasi von der Pike auf gelernt", kommentiert er selbstironisch seine Qualifikation als Behindertenbeauftragter. Seit fünf Jahren sitzt er im Rollstuhl, kann nur noch mit der rechten Hand arbeiten und verfolgt doch voller Energie seine Anliegen.
In zehn Amtsjahren hat er schon viel erreicht. Etwa, dass alle 17 Gemeinden im Landkreis einen eigenen Behindertenbeauftragten haben. Anton Grafwallner fasst seine Zukunftspläne unter dem Arbeitstitel „Helfen, handeln und zuhören"
zusammen. „Allerdings ändern sich die Schwerpunkte ständig", erklärt der 61-Jährige. „Im Moment rollt beispielsweise wie eine Tsunamiwelle der Umbau in barrierefreie Wohnungen an." Initiativen, die ihm am Herzen liegen, weil ältere Menschen dann so lange wie möglich in ihren vier eigenen Wohnungen leben können. „Für die Umhauten gibt es finanzielle Hilfen und allein vom Landratsamt Zuschüsse bis zu 10.000 Euro", freut sich Grafwallner.
Besonders stolz ist Anton GrafWallner außerdem auf den so genannten „Behindertenkompass" für die Alpenregion Tegernsee, Schliersee und Wendelstein. Das bayerische Oberland mit seiner reizvollen Natur und seinen beeindruckenden Kulturdenkmälern lässt sich nämlich nicht nur hervorragend zu Fuß erkunden, sondern verfügt auch über getestete Wanderwege für Elektrorollstühle. Zahlreiche Lokale können, dank barrierefreier Zugänge, von Menschen mit Behinderungen problemlos besucht werden. Bad Wiessee und Schliersee bieten speziell für Blinde und sehbehinderte Menschen informative Tastgärten an. Außerdem wird Kultur im Tegernseer Tal groß geschrieben. Viele Kultur-Events werden auch für Rollstuhlfahrer angeboten und ein Großteil der Veranstaltungslokalitäten (Waitzinger-Keller, Kultur im Oberbräu) ist barrierefrei zugänglich. Alles Wissenswerte unter: www.behindertenkompass.de. Und schließlich ist es ihm ein Herzensanliegen, dass behinderte Kinder in ganz normalen Schulen aufgenommen werden, damit sie für die Zukunft gerüstet sind. „In dieser Beziehung ist Bayern leider ein Schlusslicht in Europa. Nur 15 Prozent der behinderten Kinder gehen in normale Regelschulen, 85 Prozent sind in Förderschulen untergebracht. Im Ausland ist es umgekehrt, wie zum Beispiel in Finnland, das bei der Pisa-Studie immerhin mit dem ersten Platz abgeschnitten hat.
TZ / 24.03.2010

Ein normaler Tag mit Vreni


Vreni, ein blindes Mädchen„Es läuft problemlos": In der Grundschule Kreuth geht ein blindes Mädchen in die erste Klasse

Mitten im Gehschehen: Die sechsjährige Vreni erzählt den Mitschülern eine Geschichte. FOTOS: PLETTENBERG

VON KATHARINA BLUM
Kreuth - Buchstabenstunde, heute ist das „au" an der Reihe. Einer hat eine Schaufel mitgebracht. „Ich höre das ,au' in der Mitte", sagt der Bub mit den Sommersprossen. Jetzt ist Vreni an der Reihe, sie hat ein Glasauge dabei. Für einen Außenstehenden mag dieser Gegenstand im ersten Moment ungewöhnlich erscheinen für ein sechsjähriges Mädchen. Für die Lehrerin oder die Mitschüler jedoch nicht. Denn Vreni geht selbstbewusst mit ihrer Behinderung um. Und mindestens genauso groß ist auch die Selbstverständlichkeit, mit der in der Klasse lc der Kreuther Grundschule gemeinsam gelernt wird.

Vreni ist von Geburt an blind. Dennoch besucht das Mädchen mit den Pippi-Langstrumpf-Zöpfen wie alle anderen Kinder die gewöhnliche Grundschule in Kreuth. Sie sitzt in der letzten Reihe, Fensterplatz. Neben Daniel und Peri, ihrer besten Freundin. Die meisten ihrer Mitschüler kennt Vreni schon
aus dem Kindergarten. „Ich liebe Mathe", sagt Vreni. In der letzten Probe hat sie mal wieder die volle Punktzahl eingeheimst, erzählt sie stolz. Sie sei eine der besten Schülerinnen in der Klasse, sagt Klassenlehrerin Katharina Köstler.

In den meisten Stunden lernt Vreni mit ihren Klassenkameraden in einem Raum. Die Unterrichtsinhalte sind - so weit wie möglich - aufeinander abgestimmt, „Wir versuchen, alles so normal wie möglich zu gestalten, aber immer viel zu verbalisieren", sagt Köstler. Manchmal muss die Aufgabenstellung für Vreni eben etwas anders sein. Wenn die anderen im Kunstunterricht einen Elefanten malen, dann ertastet sie auf ihrem speziellen Zeichenbrett die Formen und malt die Farbflächen aus.

In enger Zusammenarbeit mit zwei Schulbegleiterinnen bereitet die Klassenlehrerin das Unterrichtsmaterial so vor, dass Vreni damit zurecht kommt. Texte werden für sie übersetzt und in der Blindenschrift ausgedruckt. Das Mädchen schreibt mit einer Braille-Schreibmaschine. Während ihre Mitschüler die Lösungen der Aufgaben ins Heft schreiben, fliegen Vrenis Finger über die Tastatur. Unter ihren kleinen Fingerkuppen heben und senken sich die Pünktchen der Blindenschrift.
Neben der Schulausbildung werden Mobilität und lebenspraktische Fähigkeiten großgeschrieben. In ihrer Schule findet Vreni sich gut zurecht. Die hat sie vorab mehrmals besucht und die Räumlichkeiten sozusagen
auswendig gelernt. In der Klasse dient ein großer Teppich als Orientierungshilfe. Montags kommt immer eine Blindenlehrerin aus München. „Es ist wichtig, dass sie sich nicht nur innerhalb, sondern vor allem auch außerhalb des Schulgeländes zurechtfindet", erklärt Begleiterin Juliane Kuntsch.

Vrenis Eltern hätten ihre Tochter auch an der Blindenschule in Unterschleißheim bei München anmelden können. Nicht nur wegen des langen Weges lehnten sie ab. „Damit würde sie alle sozialen Kontakte verlieren. Zum Geburtstag werden immer nur die Kinder aus der Klasse eingeladen", erzählt Mutter Monika Bock,
Doch Vreni ist eine Ausnahme - trotz UN-Konvention. Denn ohne ein Engagement der Lehrkräfte geht es nach wie vor nicht. In die Bedürfnisse eines blinden Schülers musste sich auch Katharina Köstler erst einarbeiten. Die junge Pädagogin nahm die Herausforderung an und lernte die Braille-
Schreibwerkzeuge.
„Auf Kinder mit Behinderung wird man im Studium nicht vorbereitet: Ich weiß nicht, ob es gelingt, aber bisher läuft es problemlos", sagt sie. Wichtig sei ihr gewesen, dass sie eine kleine Klasse bekommt. 17 Schüler gehen zurzeit in die 1c. „Es darf keiner zu kurz kommen", betont Köstler.
Anfangs sollen sich einige Lehrer skeptisch gezeigt haben. Inzwischen ist nicht nur Direktor Karl Müller stolz. Dass die Qualität des Gesamtunterrichts unter der Integration nicht leidet, ist auch von Elternseite akzeptiert. „Das ist ein Gewinn für beide Seiten. Die Kinder lernen viel über gegenseitige Rücksichtnahme", sagt Köstler. Und Vreni sei zugleich für alle auch ein großer Ansporn. Schließlich kannte sie die Buchstaben schon vor Schulbeginn. Bis zur dritten Klasse wird sie bleiben können, dann aber wird Köstler die Klasse wahrscheinlich wie üblich abgeben. „Wir hoffen, dass sich wieder ein Lehrer findet. Denn eine Blinden
schule wäre nichts für Vreni", sagt Monika Bock.
Die Stunde ist rum. ,Vreni steht auf, läuft mit sicherem Schritt quer durch die Klasse. Heute hat Josefa Geburtstag, es gibt Kuchen. Vreni setzt sich zu ihren Freundinnen und unterhält sich, bis der Unterricht anfängt.

Hintergrund
Bundesweit wird nach wie vor der Großteil von Schülern mit körperlichen oder geistigen Behinderungen an speziellen Förderschulen unterrichtet. Und das; obwohl Deutschland im Dezember 2008 die UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen unterzeichnet hat. Die Vertragsstaaten verpflichten sich dabei zu einem „inklusiven Bildungssystem", in dem Schüler mit Behinderungen an Regelschulen unterrichtet werden. Mit einer Integrationsquote von 15,7 Prozent ist Deutschland Schlusslicht in Europa.
Quelle: Sozialverband Deutschland.
Merkur / 21.01.2010

Spezial-Skier ermöglichen Behinderten Pistengaudi


DualskiBruckmühl - Der Dual-Ski ermöglicht Pistengaudi für Menschen mit Behinderung – nur gibt es das teure Gerät in Bayern bislang nicht zum Ausleihen. Im Sudelfeld will man die Ski-Hilfe jetzt anschaffen.   mehr >





TZ / 21.01.2010

Acht Mannschaften bei integrativem Fußballturnier
SG Hausham - Gemeinsam am Ball


Fußball  Turmier HaushamFoto: Mit Spaß am Fußball gingen die Teilnehmer des integrativen Fußballturniers in Hausham zu Werke. FOTO: LEDER

Hausham — Ohne Vorurteile aufeinander zugehen und gemeinsam Fußball spielen, das waren die Ziele, die die Sparte Handicap integrativ und die Lebenshilfe Miesbach mit ihrem Nachwuchsturnier um den Wanderpokal der Spielbank Bad Wiessee verfolgt haben. Auch bei der zweiten Auflage, die in der Landkreis- Sporthalle in Hausham stattgefunden hat, wurden diese Ziele mehr als erreicht. Unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Hugo Schreiber traten Mannschaften der SG Hausham, der SF Gmund, des TV Tegernsee, des TSV Otterfing, des TSV Nördlingen sowie aus der Grundschule Haushain und von den Heilpädagogischen Tagesstätten der Lebenshilfe an. 

Das Team der Grundschule konnte den Sieg davontragen. Der TV Tegernsee wurde Zweiter vor den SF Gmund. Allerdings bekamen alle Kicker Urkunden und Medaillen, die Haushamer Grundschüler erhielten aber den großren Wanderpokal. 

Doch es wurde nicht nur Fußball gespielt. Die Gardemäuse der Crachia Hausham sorgten mit ihrem Auftritt für Unterhaltung. Ebenso präsentierten Sitzfußballer ihr Können. Und nach dem Turnier ging es für alle in den zur Disco umgestalteten Gymnastikraum. sw